Dein Pferd braucht morgens länger, bis es rund läuft. Die ersten Runden wirken steif, dann wird es besser, als hätte es sich warmgelaufen. Vielleicht hast Du auch schon eine Schwellung am Gelenk ertastet oder gemerkt, dass die Leistungsbereitschaft nachlässt. Solche Zeichen können auf Arthrose hindeuten, eine der häufigsten Verschleißerkrankungen der Gelenke beim Pferd. Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn Arthrose nicht heilbar ist, kannst Du ihren Verlauf spürbar beeinflussen. In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Arthrose entsteht, woran Du sie erkennst, was der Tierarzt tut und was Du bei Bewegung und Fütterung wirklich bewirken kannst.
Um zu verstehen, warum Dein Pferd Arthrose entwickelt, lohnt ein Blick ins Gelenk. Die Enden der Knochen sind mit Gelenkknorpel überzogen, einer glatten, elastischen Schicht. Sie wirkt wie ein Stoßdämpfer und sorgt zusammen mit der Gelenkschmiere, der Synovia, dafür, dass die Knochen reibungsarm aneinander gleiten. Knorpel hat allerdings keine eigene Blutversorgung. Er ernährt sich über die Gelenkflüssigkeit, die vor allem durch Bewegung im Gelenk verteilt wird.
Genau hier beginnt das Problem. Durch Alter, Fehlbelastung, alte Verletzungen oder eine Fehlstellung nutzt sich der Knorpel ab. Abriebpartikel gelangen in die Gelenkflüssigkeit und reizen die Gelenkinnenhaut. Es entsteht eine Entzündung, die den Knorpelabbau weiter beschleunigt. So gerät das Gelenk in einen Teufelskreis aus Abrieb, Entzündung und noch mehr Abrieb. Der Körper versucht gegenzusteuern und bildet an den Rändern neues Knochenmaterial. Diese knöchernen Veränderungen schränken die Beweglichkeit zusätzlich ein und sind später im Röntgenbild sichtbar. Betroffen sind vor allem stark belastete Gelenke wie das Sprunggelenk und das Fesselgelenk.
Arthrose kommt selten über Nacht. Sie kündigt sich in kleinen Veränderungen an, die Du im Alltag gut beobachten kannst. Typisch sind diese Symptome:
Ein Zeichen allein beweist noch keine Arthrose. Häuft sich das Muster aus Steifheit und Anlaufen mit wechselnder Lahmheit aber über Wochen, solltest Du es abklären lassen. Je früher Du gegensteuerst, desto mehr Beweglichkeit lässt sich erhalten.
Die sichere Diagnose stellt der Tierarzt, denn viele der Symptome passen auch zu anderen Erkrankungen des Bewegungsapparats. Am Anfang steht die klinische Untersuchung: Der Tierarzt beugt die Gelenke, prüft mit Beugeproben die Reaktion und beurteilt das Gangbild. Bei Bedarf grenzt eine Anästhesie das betroffene Gelenk ein. Für den Blick auf die knöchernen Strukturen folgt das Röntgen, das Randzacken und Gelenkspalt-Veränderungen zeigt. Weichteile, Sehnen und die Gelenkinnenhaut beurteilt der Tierarzt per Ultraschall. So wird klar, welches Gelenk betroffen ist und wie weit die Veränderungen fortgeschritten sind. Diese Einordnung ist die Grundlage für die weitere Therapie und dafür, wie viel Bewegung Deinem Pferd guttut. Erst wenn das betroffene Gelenk feststeht, lässt sich die Behandlung sinnvoll planen, von der Schmerzlinderung im Schub bis zur langfristigen Begleitung.
Bevor ein einziges Zusatzfutter in den Trog kommt, entscheidet das Management über den Verlauf. Der wichtigste Punkt ist zugleich der unbequemste: regelmäßige, angepasste Bewegung. Ein arthrotisches Gelenk braucht Bewegung, denn nur so wird der Knorpel mit Nährstoffen versorgt. Schonung ist der falsche Weg. Gefragt ist kontrollierte, gleichmäßige Belastung statt abruptem Start-Stopp: viel Schritt, langes Aufwärmen, möglichst freie Bewegung auf der Koppel oder im Offenstall statt langer Standzeiten.
Ebenso wichtig ist das Gewicht. Übergewicht lastet direkt auf den Gelenken, jedes Kilo zu viel erhöht den Druck auf den ohnehin geschädigten Knorpel. Ein Pferd im Normalgewicht entlastet seinen Bewegungsapparat spürbar. Kommt eine dauerhafte Schonhaltung dazu, verspannt sich außerdem die Muskulatur rund um das betroffene Gelenk. Solche Verspannungen verändern den Gang und belasten den Bewegungsapparat zusätzlich, weshalb lockernde, gleichmäßige Bewegung so viel wert ist. Dazu kommen eine korrekte, regelmäßige Hufbearbeitung, die Fehlbelastungen ausgleicht, ein trockener, rutschfester Untergrund und Wärme, die vielen Pferden guttut. Diese Basis ist durch kein Futter zu ersetzen. Ehrlich gesagt: Wer die Fütterungsberatung ernst nimmt, hört immer wieder, dass längst nicht jede beworbene Wirkung eines Zusatzfutters belegt ist. Umso wichtiger ist, zuerst das Fundament aus Bewegung und Gewicht zu sichern.
Wenn die Basis stimmt, kann eine gezielte Fütterung das Gelenk zusätzlich unterstützen. Diese Bausteine spielen dabei eine Rolle:
Für Dein Pferd heißt das: Diese Bausteine können die Gelenkfunktion begleiten, sie bauen aber keinen verlorenen Knorpel wieder auf und ersetzen weder Bewegung noch tierärztliche Behandlung. Sinnvoll ist eine dauerhafte, ruhige Versorgung über Monate statt einer kurzen Kur, denn schnelle Effekte sind nicht zu erwarten.
Bei Pferdegold hast Du für diese Versorgung drei Wege: Gelenke+ 2.0 kombiniert die Bausteine in einer Formel aus MSM und Glucosamin. Gelenke Muschelfrei 2.0 ist die Variante ohne Grünlippmuschel, etwa wenn Dein Pferd den Fischgeruch der Muschel nicht annimmt. Und MSM pur liefert organischen Schwefel als einzelnen Baustein, wenn Du gezielt nur MSM ergänzen willst.
Neben den Gelenkbausteinen wird bei Arthrose oft zu pflanzlichen Mitteln gegriffen. Teufelskralle und Ingwer sind die bekanntesten. Sie werden meist kurweise eingesetzt, wenn ein Pferd durch einen Schub geht. Ihre Wirkung zeigt sich in der Regel erst nach einigen Wochen. Als Dauerlösung sind sie weniger gedacht, unter anderem, weil Gewöhnungseffekte diskutiert werden. Ein Wort zur Einordnung: Solche Kräuter ersetzen weder die tierärztliche Abklärung noch die Basis aus Bewegung und Gewicht. Wenn Du sie einsetzt, sprich die Anwendung mit Deinem Tierarzt ab, gerade bei tragenden Stuten oder Turnierpferden, wo Anti-Doping-Regeln greifen.
Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Arthrose oft fällt, ist Spat. Spat ist nichts anderes als eine Arthrose im unteren Sprunggelenk. Die Mechanik ist dieselbe: Der Knorpel baut ab, es kommt zu knöchernen Veränderungen, das Gelenk versteift mit der Zeit. Weil das Sprunggelenk beim Pferd besonders belastet wird, ist Spat eine der häufigsten Arthrose-Formen. Wenn Du tiefer einsteigen willst, wie Du Spat erkennst und begleitest, findest Du das im eigenen Ratgeber.
Nein. Der bereits abgebaute Gelenkknorpel lässt sich nicht wiederherstellen, Arthrose ist nicht heilbar. Ihr Verlauf lässt sich aber durch angepasste Bewegung, Normalgewicht, gute Hufbearbeitung und eine passende Fütterung deutlich verlangsamen, sodass viele Pferde lange beschwerdearm bleiben.
In vielen Fällen ja. Bewegung ist sogar wichtig für den Knorpel. Entscheidend sind das richtige Maß und die Abstimmung mit dem Tierarzt: langes Aufwärmen und gleichmäßige Belastung im Schritt, dazu weicher Boden ohne abrupte Wendungen. Wie viel möglich ist, hängt vom betroffenen Gelenk und vom Stadium ab.
Die Basis ist gutes Raufutter und ein bedarfsgerechtes Mineralfutter. Zusätzlich können Gelenkbausteine wie Glucosamin, Chondroitin und MSM die Gelenkfunktion begleiten. Sinnvoll ist eine dauerhafte, ruhige Versorgung über Monate statt einer kurzen Kur.
Erwarte keine schnellen Effekte. Gelenkbausteine brauchen in der Regel mehrere Wochen bis Monate, bis sich im Alltag etwas zeigt. Deshalb ist die dauerhafte Gabe sinnvoller als eine kurze Anwendung.
MSM liefert organischen Schwefel, einen Baustein von Knorpel und Bindegewebe. In der Gelenkfütterung ist es weit verbreitet. Es gibt Hinweise auf eine bessere Belastungstoleranz. MSM ist aber kein Heilmittel und ersetzt weder Bewegung noch tierärztliche Behandlung.
Ganz verhindern lässt sie sich nicht, das Risiko aber senken: durch Normalgewicht und regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung. Auch korrekte Hufbearbeitung, gutes Aufwärmen und das rechtzeitige Abklären von Lahmheiten helfen. Je früher eine Fehlbelastung erkannt wird, desto besser.
Gelenke+ 2.0 vereint MSM und Glucosamin in einer Formel, die Muschelfrei-Variante kommt ohne Grünlippmuschel aus. MSM pur liefert organischen Schwefel als Einzelbaustein. Made in Germany, dopingfrei.
Gelenke+ 2.0 ansehenHinweis: Dieser Beitrag informiert über Fütterung, Bewegung und Haltung und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Arthrose ist nicht heilbar; bei Lahmheit, akuten Schüben oder Warnsignalen bitte den Tierarzt einbeziehen.